Unser Ziel
XENOPHON – Kämpferisch gegen die Irrwege im Reitsport
Wir sind in großer Sorge: Die Arbeit mit Pferden im internationalen Turniersport ist vielfach gegen das Wohl des Tieres gerichtet. In den Medien häufen sich die Berichte über tierschutzrelevante Ausbildungs- und Trainingsmaßnahmen. Viele Richter halten sich nicht an die gültigen Grundsätze der klassischen Reitlehre und damit nicht an das weltweit gültige Regelwerk der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI): Sie bevorzugen die mechanische Perfektion des in kontrollierter Spannung gerittenen Pferd gegenüber der Losgelassenheit des gut ausgebildeten Pferdes. Junge Pferde werden aus kommerziellen Gründen übereilt auf Lektionen trainiert. Das Pferd verkommt zur Ware und das Reiten zum Handwerk.
Die klassische Reitlehre braucht nicht neu erfunden zu werden. Sie ist über Jahrhunderte genauestens erprobt und durchdacht worden. In den „Richtlinien für Reiten und Fahren“ der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) hat sie Bestand bis heute und gilt auch auf internationaler Ebene der FEI. Wir stellen unmissverständlich klar, dass es zur klassischen Reitlehre zwar einen gewissen individuellen Interpretationsspielraum, jedoch keine grundsätzlichen Alternativen gibt.

Foto:Scheidegger, CH
Wer diesen uralten Wissens- und Erfahrungsschatz ignoriert und versucht, mit Tricks und technischen Raffinessen schnell zu zweifelhaften Zielen zu kommen, der handelt unverantwortlich: gegen die Gesundheit des Pferdes, gegen die ethischen Grundsätze und gegen das internationale Reglement.
Das Verständnis für die Zusammenhänge zwischen der klassischen Reitlehre und der Gesunderhaltung unserer Pferde ist größtenteils verloren gegangen. Anstatt die Ursachen in der eigenen falschen Reiterei zu erkennen, lassen viele Reiter die Symptome regelmäßig in tierärztlichen Praxen und Kliniken behandeln. Mit dem Wissen um die schonende Ausbildung verschwindet auch der Sinn für die ästhetische und geistige Schönheit der Reitkunst und für das Gefühl des harmonischen Einklangs mit dem losgelassenen, leistungsbereiten Pferd.
Diese Entwicklungen im Reitsport sind beängstigend. Wir werden dagegen kämpfen und rufen alle Pferdefreunde, die sich den ethischen Grundsätzen der Reiterei und dem klassischen Horsemanship verbunden fühlen, zum gemeinsamen Handeln auf.